TW 39 Das ursprünglich in Deutschland verwendete automatische System TW39 (TW steht dabei für "Teilnehmerwahl") ist technisch weitgehend kompatibel zum handvermittelten System. TW39-fähige Fernschaltgeräte sind gleichzeitig vollwertige HV-Fernschaltgeräte. Sie verfügen zusätzlich über eine Wähl- scheibe sowie teilweise über eine Erkennung der Wahlaufforderung der Vermittlungsstelle. Der Verbindungsaufbau im TW39-System verläuft folgendermaßen: * Der Teilnehmer drückt die Anruftaste auf dem Fernschaltgerät, welches darauf den Fernschreiber an die Leitung anschließt. Dadurch steigt der Schleifenstrom auf 40 mA. * Die Vermittlungsstelle polt die Leitung noch nicht um, sondern signalisiert die Wählbereitschaft durch eine Leitungsunterbrechung von 20 ms Dauer. * Nun wird die Zielnummer auf der in die Schleife geschalteten Wähl- scheibe gewählt (exakt wie beim Telefon). * Wenn die Verbindung aufgebaut wird, polt die Vermittlungsstelle die Leitung um. Der weitere Ablauf ist mit dem bei der Handvermittlung identisch. * Bei Fehlern im Verbindungsaufbau (z. B. wenn das Ziel besetzt ist) polt die Vermittlungsstelle die Leitung nur für einen kurzen Moment um und dann wieder zurück in die Kehrruhelage. Dadurch läuft der Fernschreiber kurz an. Anschließend befindet sich das Fernschalt- gerät wieder im Ausgangszustand. Das beschriebene Verfahren entspricht der ,,Signalisierung B" auf Zwei- drahtleitungen mit Einfachstrom. Es existierte jedoch auch noch eine Anbindung mit Doppelstrom über Vier- drahtleitungen. Dieses Verfahren war jedoch im praktischen Einsatz beim Teilnehmer sehr selten. Hier wurde die ,,Signalisierung A" verwendet. Das Fernschaltgerät musste dabei zwischen Einfachstrom des Fernschreibers und Doppelstrom des Anschlusses umsetzen. Beim Doppelstromanschluss kommen zwei Stromschleifen zur Anwendung: Eine in der Vermittlungsstelle gespeiste zur Übertragung von dort zum Teilnehmer und eine im Fernschaltgerät gespeiste zur Übertragung in die Vermittlungsstelle. Dabei werden beide Schleifen nicht unterbrochen. Die Kodierung der Daten und der Anrufsignalisierung geschieht durch Änderung der Leitungspolarität. Dabei wird von Trennlage (logisch 1) und Zeichen- lage (logisch 0) unterschieden. * Im Ruhezustand sind beide Schleifen in Zeichenlage. * Beim Drücken der Anruftaste schaltet das Fernschaltgerät seine Schleife in Zeichenlage um. * Die Vermittlungsstelle signalisiert Wählbereitschaft * Es wird gewählt durch Impulse in Zeichenlage * Beim Aufbau der Verbindung polt die Vermittlungsstelle ihre Schleife in die Ruhelage um, der Fernschreiber wird angeschaltet. So auch bei eingehenden Verbindungen. * Zum Verbindungsabbau wird beim Drücken der Schlusstaste die gehende Schleife wieder dauerhaft in Zeichenlage geschaltet. * Darauf schaltet die Vermittlungsstelle ihre Schleife auch wieder in Zeichenlage.