[ ppp-inf.* package containing some scripts for local users to access our ppp dialin. Therefore all docs are in german - sorry. ] PPP unter Linux - Internetverbindung von Zuhause an die Uni via Modem zusammengestellt von Andreas Koppenhoefer ========== Uebersicht ========== Die Scripte erlauben das Einwaehlen ueber Rufnummern der Fakultaet Informatik (ifi) und (neu!) ueber das Rechenzentrum der Uni Stuttgart (rus). Es unterstuetzt die Verwendung dynamischer und (neu!) fester IP-Adressen. !!! Bitte lest Euch diesen Text genau durch - das Paket ist leider !!! !!! nicht ganz einfach zu konfigurieren! !!! =============== Voraussetzungen =============== Das ppp-Paket funktioniert nicht mit aelteren Linux-Kernels vor 1.1.59. Wenn Sie also eine aeltere Version benutzen, sollten Sie ueber einen Upgrade nachdenken. Ausserdem sollte libc Version 4.6.27 oder neuer installiert sein (zu erkennen mit "ls /lib/libc.so*"). Ebenfalls Problematisch sind aeltere Versionen des pppd-Programms. Die Version 2.1.2d wird zwingend benoetigt fuer Linux-Kernel ab 1.2.8 (oder war's schon 1.2.7 ?). Ein Verbindungsaufbau ueber RUS-Modems mit dynamischer IP-Adresse (Einzelheiten siehe unten) kann sonst moeglicherweise fehlschlagen. Leider ist es teilweise problematisch, die genaue Versionsnummer zu ermitteln. Die Angaben, die man mit '/usr/lib/ppp/pppd -v' erhaelt, stimmen leider nicht immer. Die Version 2.1.2d wurde am 30. Mai 1995 freigegeben. Es kann auch sein, dass es Probleme mit manchen Linux-Distributionen gibt. In diesem Fall kann ich nicht weiterhelfen, da ich nur Slackware kenne. =========== Einfuehrung =========== Ein Internetanschluss verlangt, dass dem angeschlossenen Knoten eine Internet-Adresse (IP-Adresse) zugeteilt wird. Bisher wurde am rus und ifi Adressen dynamisch zugeteilt. Das bedeutet, das eine Adresse nach Abbruch einer Verbindung fuer den naechsten Anrufer wiederverwendet wird. Das birgt viele Probleme in sich. Ein Beispiel ist der email-Verkehr. Es ist mit diesem Verfahren nicht moeglich gezielt eine email an den heimatlichen Linux-Rechner zu schicken, da zum Zeitpunkt der Auslieferung der email irgendeinem andereren PPP-Benutzer moeglicherweise frueher verwendete Adresse neu zugeteilt wurde. Somit wird unter umstaenden eine Mail an den falschen Rechner ausgeliefert. Keine Probleme gibt's mit einer festen IP-Adresse. Dabei wird einen PPP-Benutzer exklusiv eine IP-Adresse zugeteilt. Nur leider stehen nicht genuegend Adressen zur Verfuegung, als dass das ifi jedem Studenten eine solche Adresse reservieren kann. Deshalb werden feste IP-Adressen vom ifi nur auf Antrag und nur solange der Vorrat reicht ausgegeben. Eine Bitte: Beantragen Sie *keine* feste IP-Adresse, wenn Sie nur gelegentlich PPP benutzen. Feste IP-Adressen sollten vorwiegend nur von Studenten beantragt werden, die viel ueber PPP arbeiten wollen/muessen. Der Maschinenname der zugeteilten IP-Adresse entspricht dem loginnamen Ihres Accounts an der Fakultaet mit angehaengter domain dialup.informatik.uni-stuttgart.de So lautet zum Beispiel die Adresse meines privaten Rechners koppenas.dialup.informatik.uni-stuttgart.de Meine private Mail-Adresse ist demnach koppenas@koppenas.dialup.informatik.uni-stuttgart.de da ich auf meinem eigenen Rechner denselben loginnamen wie an der Fakultaet benutze. Das Problem, email auf dem heimatlichen Rechner empfangen zu koennen laesst sich auch ohne feste IP-Adresse loesen: POP-Mail. POP-Mail: Post Office Protocol - ist ein Verfahren, um von einem Mailserver die eigene email abzurufen. Am ifi fungiert z.B. der Rechner trick als pop-Server. Alle Benutzer des CIP-Pools, deren email an eine der Maschinen tick, trick, track, mickey, minnie oder donald geschickt wird, koennen ueber den pop-server trick diese email abholen. Jeder im CIP-Pool eingetragene Benutzer kann diesen Service ohne Antrag mit Hilfe meiner Scripte sofort benutzen. Das RUS bietet ebenfall einen POP-Service an: Ohne Formalitaeten kann man sich dort per telnet selbst anmelden. Einfach telnet studbox.uni-stuttgart.de aufrufen und loginname 'pop' benutzen. Einfach ausprobieren... ===================== Zugangsberechtigungen ===================== Woher bekommt man Zugangsberechtigungen? ifi: Jeder Student mit einem (beliebigen) gueltigen Account an der Fakultaet Informatik kann automatisch ifi-modems benutzen. Dazu gehoert auch die PPP-Benutzung mit dynamischen IP-Adressen. Einen Account im CIP-Pool kann jeder Student mit Hauptfach Informatik beantragen ("Freies Ueben"). Antragsformulare gibt's bei der Aufsicht im CIP-Pool, Raum 0.211. Eine feste IP-Adresse wird auf Anfrage von unserem Netzwerkadministrator vergeben. Schicken Sie einfach eine formlose mail an netadm@informatik.uni-stuttgart.de. Diese Mail sollte enthalten: - Ihren vollen Namen, - den Namen eines gueltigen Accounts an der Fakultaet (Rechner- und Loginname) und - Angaben zu Ihrem Studienfach (Semesterzahl, Matrikelnummer und Hauptstudienrichtung). Die Mail wird in der Regel von Uwe Berger (Tel. 7816-321, Raum 0.169) bearbeitet. Geben Sie ihm ein etwas Zeit zur Bearbeitung. Sobald die Adresse eingerichtet ist, wird er Ihnen eine Mail schicken. rus: Fuer das Arbeiten ueber rus-modems ist z.Z. noch ein R-Pool Account notwendig. Den gibts auf Antrag im Pfaffenwaldring 57 (NWZ II) in der Naehe der Benutzerberatung des RUS (das ist der Glaskasten, an dem Sie vorbeikommen, wenn Sie zur Benutzerberatung gehen). Wenn Sie einen rpool-Account haben, muessen Sie dann noch einen Modemzugang beantragen (ebenfalls bei der Dame oder Herrn im Glaskasten). Wie Man/Frau einen Rpool-Account und Modem-Zugang erhaelt, wird sich voraussichtlich im Wintersemester 95/96 aendern - also gegebenenfalls beim Glaskasten nachfragen. Ueber folgende Adressen sind weitere RUS-Informationen erhaeltlich: URL: http://www.uni-stuttgart.de/RUSuser/laninfo/lan-hinweise.html URL: gopher://gopher.uni-stuttgart.de:70/11/uni-stgt/rus/dfue/doc/netzzugang Gopher: gopher -p 1/uni-stgt/rus/dfue/doc/netzzugang ftp: /pub/comm/lan/doc/netzzugang Das rus bietet nur dynamische IP-Adressen fuer PPP. Es besteht jedoch die Moeglichkeit eine feste IP-Adresse des ifi zu verwenden - die Scripte sind darauf vorbereitet. Wie man eine feste IP-Adresse bekommt kann, steht im vorherigen Abschnitt. ======== Software ======== Auf ftp://ftp.informatik.uni-stuttgart.de:/pub/Linux/ppp liegen folgende Pakete: ppp-bin-*.tgz enthaelt die neueste Version des pppd-Programms, so wie es auf meiner Linux-Box laeuft und einige Hilfprogramme/Manualseiten zu ppp. ppp-inf.*.tgz Scripte und Programme zum Aufbau einer Internetverbindung vom heimatlichen Linux-PC zur Fakultaet. Es setzt voraus, dass ppp bereits installiert ist (z.B. ppp-bin-*.tgz Paket) sendmail-8.*.ppp.tgz Neuerer sendmail daemon, der wichtige Security-Patches enthaelt und fuer eine ppp-Verbindung vorbereitet ist. Ausserdem benoetigen Sie die Dateien... ftp://ftp.informatik.uni-stuttgart.de:/local/hosts.ifi ftp://ftp.informatik.uni-stuttgart.de:/local/hosts.ifi ======================== Installation von ppp-inf ======================== !!! Die Installation ist nicht einfach: Bitte lesen Sie diese Anleitung !!! !!! durch, bevor Sie mit der Installation beginnen. !!! !!! Die Nutzung der in diesem Paketen enthaltenen Programme und Daten !!! !!! erfolgt auf eigene Gefahr. Alle folgenden Installationsschritte muessen als root durchgefuehrt werden. Also seien Sie vorsichtig: Falsche Superuser-Kommandos koennen fatale Folgen haben. Ich uebernehme keinerlei Garantien/Gewaehrleistung. Diese Software darf unter Beachtung der 'GNU GENERAL PUBLIC LICENSE, Version 2' frei verwendet werden (siehe Datei COPYING in /usr/local/lib/ppp). 1. Die in diesem Abschnitt gezeigten Kommandos zur Installation ueberschreiben z.T. bereits vorhandene Dateien. Es ist deshalb sinnvoll, die gefaehrdeten Dateien vorher zu sichern. Wenn Sie mit dem tar-Kommando noch nicht vertraut sind, empfehle ich zuerst die Lektuere der tar-Manualseite und einigen Versuchen an unwichtigen Dateien (und nicht als root!). Die Sicherung kann mit folgenden Kommandos geschehen (fuer XX bitte die Versionsbezeichnung einsetzen): tar -tzf ppp-inf.XX.tgz | sed -e '/\/$/d' | \ (cd / ; tar -cvzT- -f /tmp/ppp-inf.alt.tgz) Das erste tar-Kommando schreibt die im Packet enthaltenen Dateinamen nach stdout, das zweite sichert die ueber stdin angegebenen Dateien in ein Archiv. Das sed-Zwischenstueck entfernt alle Verzeichnisnamen. Nochmals: Achtung! Falls Sie bereits eine fruehere Version installiert haben sollten, die folgenden Kommandos ueberschreiben Ihre alten Daten ohne Ruecksicht! 2. Auspacken der Datei ppp-inf.XX.tgz (fuer XX bitte die Versionsbezeichnung einsetzen): tar -xvzf ppp-inf.*.tgz -C / 3. Die Datei /usr/local/lib/ppp/.config muessen Sie nun mit einem Texteditor an Ihre Erfordernisse anpassen. Besonders folgende Zeilen sollten Sie pruefen/aendern: line=... gibt an, ueber welches device Ihr Modem angeschlossen ist. Uebliche Namen sind "modem" oder "ttyS1". rate=... ist die Schnittstellengeschwindigkeit die das Modem verkraftet. Die Scripte erwarten eine feste Geschwinddigkeit. Das Modem sollte deshalb mit "AT\J0&W0" auf "fixed DTE speed" programmiert werden. dialcmd=... ist das Kommando, das zum waehlen einer Nummer benutzt wird. Hier koennen Sie noch andere Kommandos mit einbeziehen: Erhoehen der Wartezeit auf Traegererkennung: dialcmd='ATS9=13D' redialwait=... hier kann eine Wartezeit angegebeb werden, falls es sich um ein P*st-zugelassenes Modem handelt, das innerhalt von z.B. 30 Sekunden keine Wahlwiederholung erlaubt. resetcmd=... Kommando fuer einen Modemreset. Mit 'AT Z' vergisst mein Modem gluecklicherweise die 30 Sekunden Wahlsperre. Manche Modemtypen legen nicht (schnell genug) auf, wenn nur 'ATZ' statt 'ATHZ' befohlen wird. resetcmd muss genau einen AT-Befehl enthalten. vorwahl=... wenn Sie sich ausserhalb des Stuttgarter Ortznetzes befinden, tragen Sie hier vorwahl='0711' ein. beam=... fast=... medium=... slow=... enthalten die Rufnummern der Fakultaet und des RUS. Die Listen muessen sie nur aendern, wenn sich die Rufnummern aendern. RUS-Nummern koennen Sie in der Liste belassen, auch wenn Sie keinen rpool-account haben sollten. repeat=... ist die Anzahl der Versuche je Nummer, bevor die Scripte aufgeben. defaultmode=... hier koennen Sie das Verhalten der Scripte beinflussen. Bestimmt, ob ifi- und/oder rus-Telefonnummern angewaehlt werden und ob feste oder dynamische ip-Adressen angefordert werden sollen. defaultspeed=... bestimmt die Auswahl der Telefonnummern, die gewaehlt werden: ob nur schnelle oder auch langsame Modems angewaehlt werden duerfen. homehost=... Name eines Rechners der Fakultaet (ohne domain), auf dem Sie einen gueltigen Account haben. Die Skripte verlangen einen gueltigen Account der Fakultaet. loginname=... Der loginname Ihres Accounts. password=... Und schliesslich das Passwort fuer den Account. rpoolname=... Falls Sie einen rpool-Account haben, sollten Sie ihn hier angeben. Ansonsten bleibt das Feld leer! rpoolpwd=... Das Modem-Passwort zum rpool-Account. Den Rest in der Datei .config koennen Sie unveraendert lassen. 4. Nun sollten Sie noch die Datei gegen unbefugtes Lesen durch andere Benutzer schuetzen mit... chmod 600 /usr/local/lib/ppp/.config Der chmod-Befehl verhindert, dass andere Benutzer Ihre Passworte lesen koennen. Selbst wenn Sie der einzige eingetragene Benutzer auf Ihrem Linux-Rechner sind, sollten Sie die Datei schuetzen. Denn schliesslich wolle Sie sich ans Internet anschliessen - ein bisschen Sicherheit sollte schon sein! ================================ Installation von sendmail-8.6.10 ================================ 1. Aus aktuellem Anlass - Stopfen von Sicherheitsluecken - ist es ratsam, eine neue Version von sendmail zu installieren. In sendmail-8.6.10.tgz finden Sie eine fuer ppp angepasste Version. Als Quelle habe ich ftp://sunsite.unc.edu/pub/Linux/system/Mail/transport/ sendmail-8.6.10-bin-jhaar.tgz benutzt. Dort ist auch der Quellcode und ausfuehrliche Dokumentation zu finden. ACHTUNG: auf keinen Fall die im Paket enthaltenen Konfigurationsdateien unveraendert uebernehmen! Sie muessen angepasst werden!!! 2. Vor der Installation alte Dateien sichern mit tar -tzf sendmail-8.6.10-ppp.tgz | sed -e '/\/$/d' | \ (cd / ; tar -cvzT- -f /tmp/sendmail-alt.tgz) 3. Archiv auspacken mit: tar -xvzf sendmail-8.6.10-ppp.tgz -C / 4. sendmail configurieren: In der Regel muessen mit einem Texteditor drei Zeilen geaendert werden in der Datei /etc/sendmail.cf ... 4.1. Fuer die Nutzung mit einer festen ip-Adresse muessen Sie den von der Fakultaet vergebenen hostname angegeben. In der Regel ist der hostname gleich Ihren ifi-Benutzernamen. In den Zeilen... # name of this host Dwifiaccount muss die Zeichenkette 'ifiaccount' durch den entsprechenden Namen ersetzt werden. Auf meinem Rechner steht in dieser Zeile z.B. 'Dwkoppenas'. Beachten Sie bitte die Schreibweise ohne Leerzeichen beginnend am linken Rand. Achten Sie auch darauf, dass am Zeilenende keine Leerzeichen versteckt sind. Falls sie keinen Account (keine feste IP-Adresse) der Fakultaet Informatik haben, dann Kommentieren Sie die Zeile 'Dw...' mit einem '#' aus. Mail koennen Sie dann nur via pop empfangen (siehe Einfuehrung)! Ausserdem sollten Sie dann bei jeder abgehenden mail Ihre Studbox-Adresse im 'Reply-To:' Feld eintragen, denn sonst kommen Antworten auf Ihre Mails nicht bei Ihnen an. 4.2. Der Name Ihres eigenen Rechners muss statt 'myhostname' in den Zeilen # other names of this host Cwmyhostname eingetragen werden. Wenn Ihr Rechner z.B. mumble heisst, dann ist 'Cwmyhostname' durch 'Cwmumble' zu ersetzen. Falls Ihr Rechner denselben Hostname verwendet, um so besser. Bei mir steht in dieser Zeile... # other names of this host Cwako koppenas localhost koppenas.dialup koppenas.dialup.informatik.uni-stuttgart.de da mein Rechner eigentlich ako heisst. Hinweis: Diese Angabe muss in einer Zeile geschrieben werden und nicht, wie hier dargestellt, auf zwei oder mehrere Zeilen verteilt werden. 4.3. In den Zeilen # all hosts receiving mail in this domain CAmyhostname ifiaccount muessen nochmals 'myhostname' und 'ifiaccount' durch den Namen Ihres Rechners bzw. Ihren loginnamen ersetzt werden. Falls die beiden Namen gleich sein sollten, dann reicht die einmalige Nennung in dieser 'CA'-Zeile. Mein sendmail.cf enthaelt hier... CAlocalhost ako koppenas koppenas.dialup koppenas.dialup.informatik.uni-stuttgar.de ...und bitte auch diese Zeile *nicht* auf mehrere Zeilen verteilen. 5. In der Datei /etc/aliases muessen Sie in der Zeile root: myloginname statt 'myloginname' den loginname einsetzten, den Sie auf Ihrem eigenen Rechner benutzen. 6. Falls bisher auf Ihrem Rechner noch kein sendmail benutzt wurde, dann sollten Sie noch in /etc/rc.d/rc.inet2 oder /etc/rc.d/rc.local pruefen, ob sendmail beim booten automatisch gestartet wird. 7. Die Dateien /etc/aliases.dir und /etc/aliases.pag, die von Ihrer frueheren sendmail-Installation stammen, koennen Sie loeschen. Sie werden nicht mehr gebraucht. ========================== Installation von popclient ========================== Zusammen mit ppp-inf.XX.tgz wurde auch popclient installiert. Fuer den Einsatz von popclient ist es noetig, dass sendmail installiert und korrekt konfiguriert wurde. popclient funktioniert wie folgt: 1. Sobald eine PPP-Verbindung erfolgreich aufgebaut wurde, wird automatisch das Skript /etc/ppp/up-up gestartet. Das Skript enthaelt u.a. einen Aufruf fuer /usr/local/lib/ppp/runpop. 2. runpop liest pop-server Daten aus der Datei /usr/local/lib/ppp/.poprc Darin enthalten sind Angaben, von welchem pop-Server email abgeholt werden soll, wie die Zugriffsberechtigung lautet (Account/Passwort) und an wen die email auf dem lokalen Rechner weitergeschickt werden soll. Die Datei enthaelt mehrere (auskommentierte) Beispieleintraege fuer Benutzer, die auf meinem Rechner eingetragen sind. 3. Nun sollten Sie noch die Datei gegen unbefugtes Lesen durch andere Benutzer schuetzen mit... chmod 600 /usr/local/lib/ppp/.runpop ========= Benutzung ========= - pppstart: Kommando zum Starten der ppp-Verbindung - kann nur von root ausgefuehrt werden. Beispiel: sudo pppstart -h ...gibt alle erlaubten Optionen des Kommandos aus. Fuer die ersten Versuche empfehle ich die Option '-d' (debugging) zu benutzen. Eine Verbindung mit dynamischer ip-Adresse ueber schnelle V.34-Modems der Fakultaet wird aufgebaut z.B. mit sudo pppstart -m ifidyn -s fast Zur Verwendung von sudo sollte in /etc/sudoers ein entsprechender Eintrag stehen (siehe 'man sudo'). Auf meinem Rechner enthalt /etc/sudoers die folgende Zeilen (der Name meines Rechners ist 'ako'): # This file MUST be edited with the 'visudo' command as root. # See the man page for the details on how to write a sudoers file. root ALL=ALL koppenas ako=ALL - pppstop: Stopp eine laufende ppp-Verbindung ueber Kanal ppp0 - kann nur von root ausgefuehrt werden. Beispiel: sudo pppstop Nach jedem Einwahlversuch wird in der Datei /var/run/chat.index vermerk, welche Nummer zuletzt angewaehlt wurde. Beim naechsten Aufruf von pppstart wird dadurch eine andere Nummer angewaehlt als beim letzten Versuch. Weitere Informationen siehe 'man pppd' und 'man chat'. Fruehere Versionen meiner Skripte funktionierten bei mir unter Slackware 2.1 mit einem GVC 2400 Baud Modem mit MNP5 und V42.bis. Diese aktuelle Version wurde mit einem "ONBiT 288 FAX" Modem mit V.34 unter Linux 1.2.13 getestet. ====================== Probleme und Loesungen ====================== 1. In /etc/rc.d/rc.inet1 muessen Zeilen, die mit route add default ... beginnen auskommentiert werden. Die default route wird dann von ppp ueber's modem geleitet. 2. Falls der Linux-Rechner vernetzt ist, dann haben die anderen Rechner des lokalen Netzes zwar die Moeglichkeit Pakete ueber den Modem-Rechner abzuschicken, jedoch wird nie ein Antwortpaket zurueckkommen! Der Grund ist, dass das Netzwerk an der Uni nichts von diesen weiteren Rechnern weiss! Eine Loesung ist nur moeglich, wenn fixe IfI-IP-Adressen fuer alle Hosts auf Ihrem lokalen Ethernet zugeteilt bekommen haben. Eine Loesung ist in Arbeit. 3. Damit die seither ueber Ihr lokales Ethernet erreichbaren Hosts weitherhin erreichbar bleiben (default route geht jetzt ueber's modem!), koennen z.B. fuer jeden einzelnen Host explizite Routes mit dem route-Kommando angegeben werden. Weitere Infos und Problemloesungen zu diesem Thema gibt's in der Ethernet-HOWTO unter /usr/doc/... auf Ihrem Linux-Rechner. 4. Wenn /etc/resolv.conf existiert, dann sollte die Datei /etc/host.conf statt der Zeile order bind,hosts besser folgende Zeile order hosts,bind enthalten. 4a. Damit Sie mit symbolischen IP-Adressen arbeiten koennen, sollte in /etc/resolv.conf folgende Zeilen enthalten sein: domain informatik.uni-stuttgart.de nameserver 129.69.211.1 Zusaetzlich sollten Sie, damit der Verbindungsaufbau zur Fakultaet schneller wird, ueber ftp aus ftp://ftp.informatik.uni-stuttgart.de:/local/hosts.ifi ftp://ftp.informatik.uni-stuttgart.de:/local/hosts.campus aktuelle Rechnernamen holen und an die Datei /etc/hosts anhangen. Achten Sie darauf, dass keine doppelten Eintrage darin enthalten sind wie z.B. fuer 'localhost' oder fuer Ihren eigenen Linux-Rechner. Dadurch werden Zugriffe auf Rechner an der Fakultaet beschleunigt. 5. In /var/adm/messages wird der Verbindungsaufbau mitprotokolliert. Das Protokoll ist um einiges ausfuehrlicher, wenn pppstart mit Option '-d' aufgerufen wurde. Falls eine Verbindung nicht klappt, sollte man zuerst hier nachschauen, wo das Problem liegt. 5.1 In /var/adm/messages sollte nach Verbindungsaufbau in etwa folgendes stehen: Mar 23 23:22:39 ako pppd[2189]: local IP address 129.69.189.5 Mar 23 23:22:39 ako pppd[2189]: remote IP address 129.69.211.2 Wenn Sie eine feste IP-Adresse haben, dann sollte statt 129.69.189.5 die jeweils zugeteilte IP-Adresse auftauchen. Wenn nicht, dann laesst sich das aendern, indem im Skript /usr/local/bin/pppstart die Zeile /usr/lib/ppp/pppd \ durch /usr/lib/ppp/pppd 129.69.189.250: \ ersetzt wird. Bitte achten Sie auf den Doppelpunkt nach der lokalen Adresse. Statt 129.69.189.250 muessen Sie natuerlich die Ihnen zugeteilte IP-Adresse einsetzen! 5.2 Falls in /var/adm/messages folgende Zeile wiederholt auftritt... kernel: ppp: frame with bad fcs ... dann gehen Zeichen beim Empfang verloren. Mehere moegliche Ursachen: a) Die Schnittstelle, an der das Modem angeschlossen wurde, ist nur 'ne langsame Karte ohne 16550A Baustein (siehe 'man setserial' fuer weitere Informationen). b) Im Rechner steckt eine IDE-Platte und die Uebertragungsfehler treten immer nur waehrend Plattenzugriffen auf. Dann hilft es, mit dem Kommando 'hdparm' einen Plattenparameter zu veraendern: hdparm -u 1 /dev/hda Das Kommando kann z.B. an die Datei /etc/rc.d/rc.local angehaengt werden. Damit werden Interrupts waehrend eines Plattenzugriffs nicht mehr gesperrt. Aber Achtung: Unter Umstaenden, die in der Manualseite zu hdparm beschrieben sind (sein sollten), kann es zu massiven Zerstoerungen der Daten auf der Platte kommen. Manche Controller/Platten-Kombinationen moegen das nicht. Also: vorher eine Datensicherung erstellen! 5.3. Auszug aus Serial-HOWTO (v1.8, 28 March 1995): ----Zitat-Anfang--- 15.4. Serial devices are slow or serial devices can only send in one direction. You probably have an IRQ conflict. Make sure there are no IRQs being shared. Check all your cards (serial, ethernet, SCSI, etc...). Make sure the jumper settings, and the setserial parameters are correct for all your serial devices. ----Zitat-Ende--- 6. Wenn irgendein Passwort geaendert wurde (z.B. im CIP-Pool alle drei Monate), dann muessen auch die entsprechenden Eintraege in /usr/local/lib/ppp/.config und /usr/local/lib/ppp/.runpop geaendert werden. Ansonsten schlaegt die Verbindungsaufnahme fehl! Wenn keine ppp-Verbidung mehr moeglich ist wegen eines abgelaufenen Passworts, dann kann man sich z.B. mit folgendem einfachen Kommando einwaehlen: cu -l ttyS1 -s 38400 Die Angabe 'ttyS1' bezeichnet das Modem-device und muss entsprechen geaendert werden. Dasselbe gilt fuer die Geschwindigkeit der seriellen Schnittstelle. Nachdem cu 'Connected.' meldet, koennen Sie mit normalen AT-Kommandos arbeiten, zum Beispiel: ATD7800273 'cu' kann beendet werden mit der Zeichenfolge "^J~." (newline oder return, tilde, punkt). Weitere Informationen sind im Manualeintrag zu 'cu' enthalten. 7.1. Kontrolliert, ob auf Eurem Linux-Rechner der sendmail-Process laueft mit dem Kommando ps ax | grep sendmail Als Ausgabe sollte erscheinen 94 ? S 0:00 sendmail: accepting connections 2427 pp2 S 0:00 grep sendmail oder so aehnlich. Wenn nicht, kontrolliert, wie und wo sendmail gestartet werden sollte. Sendmail wird bei mir in /etc/rc.d/rc.M gestartet: # Start the sendmail daemon: if [ -x /usr/sbin/sendmail ]; then echo "Starting sendmail daemon (/usr/sbin/sendmail -bd -q15m)..." /usr/sbin/sendmail -bd -q15m fi Die Optionen sagen, dass sendmail als daemon laufen soll und alle 15 Minuten versuchent, abgehende mails zu bearbeiten. 7.2. Obwohl sendmail laeuft, kommt keine mail von ausserhalb auf'm Linux-Rechner an? Falls Sie keine feste IP-Adresse verwenden, kann das auch nicht funktionieren (siehe Einfuerhung). 8. Falls Ihr Modem auch noch von anderen Programmen benutzt wird, wie zum Beispiel mgetty, dann kann es hier noch zu einem Konflikt kommen, falls das Locking-Protokoll nicht funktioniert. Jedes Programm, das auf das modem zugreift, muss einen entsprechenden lock setzten. Damit wird anderen Programmen mitgeteilt, dass das Device in Benutzung ist. Hierbei koennen zwei Probleme auftreten: 8.1. Konfigurationsfehler: mgetty benutzt /dev/cua1, wahrend ppp /dev/ttyS1 bevorzugt. Alle Programme muessen(!) auf dasselbe device zugreifen. 8.2. Konvention: Frueher war es ueblich, lock-Dateien unter /var/spool/uucp abzulengen. Nach einem neueren 'Filesystem Standard' fuer Linux sollen diese Lock-Dateien unter /var/lock abgelegt werden. Falls es zu Rangeleien im Zugriff auf das Modem gibt, sollten Sie ueberpruefen, welches Verzeichnis fuer Lock-Dateien verwendet wird. In der Regel laesst sich das per compile-Optionen einstellen. Falls sie keine Sources haben und ein Verzeichnis /var/lock noch nicht existiert, koennen Sie sich mit folgenden Kommandos (als root ausfuehren) behelfen: cd /var ln -s spool/uucp lock ========= Sonstiges ========= Kommentare, Ergaenzungen, Erweiterungen zu diesem Paket sind immer willkommen. Ich hoffe, dass ich nichts wesentliches vergessen habe. Ach Ja! Der Kernel muss natuerlich mit Netzwerkunterstuetzung und ppp-Protokoll compiliert werden! Falls dann noch ein lokales Netzwerk an den Linux-Rechner angeschlossen ist, muss der Kernel mit ip-forwarding und eventuell ip-accounting configuriert sein. In der Linux-Docu NET-2-HOWTO gibt noch weitere Informationen dazu. Noch etwas: erwartet nicht zu viel von ppp. Besonders bei langsamen Modems (2400 Baud) koennen durchaus Antwortzeiten von 15 Sekunden und mehr vorkommen, solange nebenher ein ftp Daten uebertraegt. Mit 28800 Baud funktioniert sogar WWW recht akzeptabel. Viel Erfolg, Andreas Koppenhoefer PS: Uebrigens, die in den Konfigurationsdateien enthalten Passworte sind allesamt mit einem Zufallsgenerator erzeugt und haben deshalb mit den von mir tatsaechlich benutzten Passworten nicht die geringste Aehnlichkeit. -- Andreas Koppenhoefer, Student der Universitaet Stuttgart, BR Deutschland prefered languages: German, English, C, perl ("Just another Perl hacker,") SMTP: koppenas@informatik.uni-stuttgart.de (university address) Andreas.Koppenhoefer@studbox.uni-stuttgart.de (my home address) privat: Belaustr. 5/3, D-70195 Stuttgart, Germany, Earth, Sector ZZ9 plural Z alpha phone: +49 711 696378 and +49 711 694111 (19-22h MEZ=GMT+1)